Analyse Der Interdependenzen Zwischen Meinung, Massenmedien Und Politik
Bei hoher Konsonanz der Medien und einer demzufolge mächtigen, durch die Political Correctness zusätzlich moralisierten, öffentlichen Ansicht, verkommen die Demoskopie zum bloßen Medienecho. Der nutzenmaximierende, auf Wiederwahl bedachte und demzufolge sowohl als auch medien- als auch medianorientierte Politiker richtet sich mit seinem politischen Handeln und seinen Wahlversprechen grundsätzlich nunmehr nach den aus der Demoskopie resultierenden Ergebnissen und demzufolge indirekt nach dem Medienecho. Dies führt neben einem Konvergenzstreben der verschiedenen Parteien in ihren politischen Inhalten eher zur faktischen Medienherrschaft als Herbeiführung aus der politischen Medienmacht. Am Ziel dieser Entfaltung degenerieren Wahlen zu machtzuweisenden Approbationsritualen mit Alibifunktion, in denen der Wähler die Pseudoalternative zwischen Parteien mit fast identischen Wahlprogrammen hat, die alle nach der in den Massenmedien veröffentlichten öffentlichen Ansicht in Linie gebracht sind. Die Volksherrschaft wird schleichend durch eine Mediokratie der öffentlichkeitswirksam, agierenden Informations- und Kommunikationskanalkontrolleure ersetzt, deren Ansicht propagiert, durch der sozialpsychologischen Effekte übernommen und letztendlich politisch umgesetzt wird.
Autor: Nicolas Seifert
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